Programm

Folgend finden Sie das Programm sowie die verschiedenen Vorträge der RednerInnen vom Post-Neonikotinoid-Symposium.

 

9:00 Begrüßung
Angelika Hilbeck (ENSSER), Hartmut Graßl (VDW) (Video)

9:15 Erster Teil: Status Quo
Vorsitzende: Randolf Menzel (Neuro-Biologie, FU Berlin), Christine von Weizsäcker (VDW)

a. Historische Entwicklung der Kritik gegen Neonikotinoide (Teil 1 / Teil 2
Maarten Bijleveld (Neuchâtel / Schweiz, Leiter der Task Force on Systemic Pesticides der IUCN) (Video)

b. Unsustainable agriculture with neonicotinoid insecticides: large scale impacts on biodiversity (Das Gegenteil von Nachhaltigkeit durch eine Landwirtschaft mit Neonikotinoid-Insektiziden: Bedrohung der Biodiversität in großem Maße)
Jean-Marc Bonmatin (Centre National de la Recherche Scientific (CNRS) Orléans, France) (Video)

10:40-11:10  Kaffeepause

c. Aktueller Status Neonikotinoide und Bienensterben
Klaus-Werner Wenzel (Entomologische Gesellschaft ORION Berlin, Task Force on Systemic Pesticides) (Deutsch: Video)

d. Schmetterlinge bald nur noch in Museen zu sehen? Gefährdung des Monarch-Falters (Danaus plexippus) durch Neonikotinoide
Hartmut Kretschmer (Dr. agr., Abt.-Leiter Großschutzgebiete und Regionalentwicklung Landesumweltamt Brandenburg, NABU-Brandenburg, Entomologe mit Spezialrichtung Lepidoptera) (Deutsch: Video)

e. Folgen von Neinikotinoiden und Pestiziden für aquatische Gemeinschaften
Saskia Knillmann und Matthias Liess (UFZ-Helmholtz-Zentrum Umweltforschung Leipzig, Dept. System-Ökotoxikologie) (Deutsch: Video)

f. Das Tauziehen um ein objektives Risk Assessment
Peter Hoppe (Wachenheim, Dr. med. vet., Tierversuchs- und Pestizid-Experte) (Deutsch: Video)

13:50-14:50  Mittagspause

14:50 Zweiter Teil: Post Neonikotinoid
Vorsitzende: Angelika Hilbeck (ENSSER), Werner Kratz (ENSSER)

a. New strategy for agriculture without usage of neonicotinoids and protection of the growers by a mutual insurance against pitfalls (Gute Ernteerträge auch ohne Neonikotinoide mit Absicherung der Landwirte durch Versicherung auf Gegenseitigkeit)
Lorenzo Furlan (Veneto Agricultura, Settore Ricerca Agraria Agripolis (Agrar-Forschungszentrum in Kooperation mit der Universität Padua)) (Deutsch: Video)

b. Das fliegende Auge – Erfassung und Monitoring von Schädlings-befall mit Hilfe von Multispektral-Daten
Martin Herkommer (geo-konzept in Adelschlag / Bayern) (Deutsch: Video)

16:30-17:00  Kaffeepause

c. Elektronen-Sterilisation von Saatgut. Schutz der Boden-Fauna
André Weidauer (Fraunhofer-Institut Dresden) und Roland Söffing (Nordkorn Saaten Güstrow) (Deutsch: Video)

d. Vorteile der Fruchtfolge zur Schädlingsbekämpfung und die Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit
Bernadette Oehen (Forschungsinstitut für Biologischen Landbau, Frick / Schweiz) (Deutsch: Video)

e. Schlusswort
Maarten Bijleveld (Deutsch: Video)

18:30 Schluss

 

Das Symposium wurde gefördert durch:

Michael Succow Stiftung - zum Schutz der Natur

Rogau Stiftung

Triodos Foundation

Zukunftsstiftung Landwirtschaft

 

Post-Neonikotinoid-Symposium

1. Dezember 2015

Festsaal der Humboldt-Universität zu Berlin, Luisenstraße 56, 10115 Berlin
(Nähe Charité)

 

Die Biodiversität und damit die menschliche Nahrungsgewinnung ist in zunehmendem Maße bedroht. Eingriffe des Menschen in die Natur wie Landschaftsveränderungen und Bodenversiegelung verursachen großenteils den Rückgang der Artenvielfalt.

Neonikotinoide, die heimlichen Pestizide, welche mit dem Getreidesamen im Boden verteilt werden, sind jedoch die wesentlichen Verursacher der Vernichtung von Lebewesen. Diese Nervengifte verursachen eine chronische Vergiftung, die mittelfristig zum Absterben vieler Tierarten (und sekundär von Pflanzen) führt. Perfide ist, dass diese Substanzen nur als Prophylaxe eingesetzt werden und dass deren Konzentrationen wegen der jahrelangen Halbwertzeiten immer bedenklicher werden. Bekannt geworden sind diese Gifte zuerst durch das Bienensterben; allmählich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Insektenschwund allgemein auf diese sogenannten systemischen Pestizide zurückgeht. Forschungsgruppen in aller Welt haben inzwischen nachgewiesen, dass auch andere Tierordnungen wie z.B. Kleinkrebse und Schnecken in Gewässern, aber auch Vögel, und für die menschliche Ernährung besonders bedrohlich die Boden-Fauna durch Neonikotionoide dezimiert werden.

Die EU-Kommission hatte im April 2013 ein Teilverbot für die drei gefährlichsten Neonikotinoide ausgesprochen. Nach dem damals vorherrschenden Wissenstand bezieht sich dieses Teilverbot nur auf die Honigbienen. Zwei Jahre später ist die EFSA (European Food Safety Authority), die wissen-schaftliche Kommission der EU, jetzt dabei die Sachlage neu zu bewerten. Da gerade in den letzten Monaten bekräftigende Publikationen zur Schädlichkeit der Neonikotinoide erschienen sind, ist eigentlich von einer Verschärfung des Verbots auszugehen. Wünschenswert wäre ein Totalverbot (wie in Kanada).

Das Post-Neonikotinoid-Symposium soll deshalb jetzt vor der EFSA-Neu-bewertung  über alternative Möglichkeiten der Agrikultur aufklären.

Überraschenderweise hat der Bundesminister für Landwirtschaft am 22. Juli 2015 für Deutschland ein sofort geltendes Eilverbot der Neonikotinoide für die Wintersaaten erlassen. Das ist eine überaus erfreulich Nachricht.